Wer wie ich Technikfreak ist oder aus sonstigen Gründen ein MS Exchange Postfach (oder mehrere) bei 1&1 nutzt, hat Pech, falls nicht Windows XP genutzt wird, sondern Windows2000.
Um Outlook mit dem Server über das Internet zu synchronisieren, wird bei der Kombination WXP/Outlook2003 RPC genutzt. Unter W2K geht das leider nicht. Man kann es nun natürlich so machen wie ich bis vor kurzem, und sich mit dem OWA begnügen, der natürlich einwandfrei funktioniert. Will man jedoch auch mal Offline arbeiten, zum Beispiel im Zug, sitzt man wieder da und kuckt dumm.
Glaubt man den 1&1-FAQ - und ich habe bisher sehr gute Erfahrungen mit dem Support dieses Anbieters gemacht - müsste es ja funktionieren. Flugs die HOST-Datei geändert, doch die ersehnte Abfrage von Benutzername, Kennwort und Domäne erschien nicht, dafür der Hinweis, dass der Server nicht erreicht werden könne - wie auch schon vor dem Ändern der HOST-Datei.
Ich ordnete also den FAQ-Eintrag den Teilmythen zu und nahm an, dass der Titel nicht stimme, sich der Abgleich mit dem Server eben nur auf ältere Outlook-, nicht Windows-Versionen beziehe. Von den Vielen Mails, die mir ein Support-Mitarbeiter bei 1&1 schickte, enthielten die meisten keine brauchbaren Tipps (Firmwareupdate, HOST-Datei anpassen usw.). Nur der Hinweis, dass die Ports 5000 bis 65535 freigegeben werden müssten, schien interessant, führte aber wieder einmal nicht zum Erfolgt.
Nur zufällig stellte ich neulich fest, dass es wohl an meiner FRITZ!Box liegen müssen, denn in einem anderen Netzwerk (mit dem Netgear RP614 als Router) klappte die Abfrage plötzlich. Ich suchte also nach weiteren Hinweisen in Foren und kontaktierte den AVM-Support, der mir unter anderem folgendes schrieb:
"Die Synchronisation von MS Outlook mit einem Exchange Postfach ist bei Einsatz der FRITZ!Box im Betrieb als DSL-Router nicht möglich, wenn dafür NETBIOS als Übetragungsprotokoll verwendet wird.
Das AVM-Gerät verhindert im Router-Betrieb aus Sicherheitsgründen den Versand (Empfang) von IP-Paketen, die als Absender- oder Empfänger-Port einen NetBIOS-Port (UDP 135 und 137-139) enthalten, da diese auch von der Windows Datei- und Druckerfreigabe genutzt wird, die eines der größten Sicherheitsrisikos in Windows-Betriebssystemen darstellt (Stichwort "RPCHOST").
Da bei der FRITZ!Box auf eine konsequente Umsetzung von Sicherheitsaspekten geachtet wird, werden diese Ports von der FRITZ!Box blockiert, um die angeschlossenen Systeme vor Angriffen aus dem Internet zu schützen."
Zusätzlich fiel ich über einen Forenbeitrag, der erläutert, wie man die Konfiguration der FRITZ!Box über Telnet ändert, und das brachte den Durchbruch. Hier also die Anleitung, wie das Problem zumindest bei mir zu lösen war. Trotzdem muss ich darauf hinweisen, dass dieses Prozedur auf eigene Verantwortung durchgeführt wird. Wer also seine FRITZ!Box abschiesst damit: I didn't do it!
Als erstes muss man die FRITZ!Box dazu überreden, per Telnet zugänglich zu werden. Das erreicht man mit der Datei starttelnet.image, die über die Firmawareupdate-Funktion geladen wird.
Die FRITZ!Box rödelt kurz und meldet dann "Das Firmware-Update ist fehlgeschlagen: Kein Fehler".
Das Browserfenster unbedingt offen lassen, da die Box später zurückgesetzt werden muss!
Nun ändert man die Konfiguration "zu Fuß" dahingehend, dass die NetBIOS-Ports 135 und 137-139 offen sind.
/135 eingeben.
Die Fritz!Box wird nun neu gestartet, nach etwa einer Minute sollten sie sich wieder mit dem Internet verbunden haben und der Outlookabgleich funktionieren.
Falls nach dieser Aktion das WLAN nicht funktioniert (wie bei mir): Einstellungen der FRITZ!Box speichern, zurücksetzen auf Werkseinstellungen, für etwa 2 Minuten vom Stromnetztrennen, Einstellungen wieder laden und es müsste gehen.